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Artikel für das Lexikon fremdsprachlicher Gegenwartsliteratur

Von Andrea Paluch, 1997

Roger McGough, geboren am 9.11.1937 in Liverpool als Sohn von Mary McGarry und dem Hafenarbeiter Roger Francis McGough. McGough besuchte das St. Mary’s College in Crosby bei Liverpool und studierte anschließend Französisch und Geographie an der Universität von Hull. 1957 schloß er sein Studium mit dem B.A. ab und erweiterte seinen Abschluß 1958 mit einem Zeugnis in Pädagogik. Von 1960 bis 1964 unterrichtete McGough an der St. Kevin’s Comprehensive School und dem Mable Fletcher College in Liverpool. Während dieser Zeit begann er, seine Gedichte in Coffee Bars vorzutragen, woraus sich schließlich eine professionelle Karriere als Sänger und Dichter bei der Band "The Scaffold" entwickelte. 1969/70 war er Dozent am Liverpool College of Art, 1973-1975 Poetry Fellow an der Universität von Loughborough, Leicestershire und 1986 Writer-in-Residence am West Australian College of Advanced Education in Perth. Neben seiner lyrischen Produktion arbeitete McGough auch in den Bereichen Theater, Funk und Fernsehen. Aus seiner ersten Ehe mit Thelma Monaghan (1970-1980) gingen zwei Söhne hervor, aus seiner zweiten Ehe mit Hilary Clough (Heirat 1986) ein Sohn und eine Tochter. Roger McGough lebt und arbeitet heute in London. Auszeichnungen: Signal Award for Best Children’s Book of Poetry (1984, 1998); British Arts, Film & Television Award (1985); "Tony" (1986); Professor h.c. Thames Valley University (1993); Royal Television Society Award; Officer of the Order of the British Empire (1997); M.A. h.c. (1998). Cholmendeley Award for Poetry (1998).

Roger McGough ist einer der populärsten Dichter in Großbritannien. Sein hoher Bekanntheitsgrad gründetet sich auf die frühen sechziger Jahre, in denen er zusammen mit Adrian Henri und Brian Patten in den Pubs, Theatern und Cafés Liverpools auftrat. Nachdem die drei "Liverpool Poets" McGough, Patten und Henri mit "The Mersey Sound" (Der Klang des Mersey) 1967 in die einflußreiche Anthologie-Reihe "Penguin Modern Poets" aufgenommen wurden, war ihr Ruhm besiegelt. "The Mersey Sound" ist bis heute die meistverkaufte Lyrikanthologie, die jemals in England publiziert wurde.
Der frühe Ruhm McGoughs und der "Liverpool Poets" basiert zweifellos auf der gesellschaftlichen Aufbruchsstimmung jener Jahre, zu deren Aushängeschild auf literarischem Gebiet die drei Dichter sehr bald wurden. Explizit begriffen sie ihr poetisches Anliegen als Teil einer demokratischen Erneuerung, als Ausbruch aus dem etablierten Literatenleben und als Politur der auch in England eingerosteten Dichterklischees, der sie ihr Verständnis von Lyrik als performance poetry entgegensetzten, nach dem die Aufführungsbedingungen die formale und inhaltliche Gestaltung der Dichtung bestimmten. Die große Zuhörerschaft, die sich, angezogen von dem neuen Ton, um die "Liverpool Poets" schart, tritt als Massenpublikum dem Dichter direkt gegenüber. Dadurch unterscheidet sich das Verhältnis zwischen Autor und Leser von der traditionellen Publikumsbeziehung auch qualitativ. Ein herkömmliches Publikum kauft im besten Fall die Bücher eines Autors, aber es beeinflußt nicht das Schreiben des Schriftstellers. Das neue Massenpublikum - die "Liverpool Poets" lesen einmal vor 9000 Menschen in der Royal Albert Hall - ist eine Art Kundschaft. Und den Kriterien, nach denen es bewertet, hat sich der Dichter zu unterwerfen.
Dem Vorwurf, dies sei eine billige Anbiederung an den Zeitgeschmack, keinesfalls aber Kunst, entgegnete McGough, daß es zunächst und vor allen Dingen darum geht, eine Möglichkeit zu finden, das Publikum aktiv am kreativen Prozeß zu beteiligen. Es sind also zwei Auffassungen von Lyrik, die sich hier gegenüberstehen. Auf der einen Seite die hermetische Auffassung, die die Autonomie der Kunst verteidigt, auf der anderen Seite eine Haltung, die den Gebrauchs- und Unterhaltungswert von Literatur anerkennt und zur Ausgangsbedingung ihrer eigenen Produktionsverfahren macht. Die eine Auffassung besagt, daß ein Gedicht in sich und durch sich spricht, die andere sieht es pragmatischer - und realistischer. Das Gedicht braucht Leser und Zuhörer. Wenn es kein Publikum gibt, hat das Gedicht versagt. Der Dichter wird zum Medium, sein Vortrag zur Werbung für seinen Text.
Es ist bemerkenswert, daß gerade eine Hafen- und Arbeiterstadt wie Liverpool zum Ausgang dieses kulturellen Aufbruchs wird und nicht die Metropole London. London ist in den Augen der "Liverpool Poets" die Stadt, in der etablierte Literatur für einen Kulturbetrieb geschrieben wird, die sich zwar finanziell rentiert, aber auf ihr Publikum blutleer und abgestorben wirkt. Die frühen Gedichte McGoughs sind dagegen gekennzeichnet durch spielerischen Anarchismus, verächtlichen Protest gegen traditionelle Wertvorstellungen und etablierte Normen, durch ironische Distanzierung und aggressiven Witz. Aus dieser frühen Zeit stammt auch sein bekanntes Gedicht "Let Me Die a Youngman’s Death" (Laß mich den Tod eines jungen Mannes sterben, in: "The Mersey Sound"), das noch bei einer Umfrage der BBC in den neunziger Jahren auf dem zehnten Platz der populärsten Gedichte Großbritanniens lag.



Laß mich den Tod eines jungen Mannes sterben

Laß mich den Tod eines jungen Mannes sterben
keinen sauberen und frischen zwischen-
den-Kissen-Weihwassertod
keinen friedlich berühmte-letzte-
worte aushauchenden Tod

Mit 73 möchte ich
wenn ich mir meinen guten Tumor bewahrt habe
von einem roten Sportwagen
auf meinem Heimweg
nach einer durchgemachten Nacht
im Morgengrauen niedergemäht werden

Mit 91 mögen
wenn ich mit Silber-Haar-Frisur
in einem Frisörsalon zur Rasur
sitze, rivalisierende Gangster
mit tolpatschigen Maschinenpistolen hereinstürmen
und mir eine Kopf-Façon verpassen

Mit 104 möge
wenn ich zur Gruft keinen Zutritt mehr habe
meine Geliebte mich
im Bett mit ihrer Tochter überraschen
und mich aus Angst um ihren Sohn
in kleine Stücke schneiden
die sie alle bis auf eines wegschmeißt

Laß mich den Tod eines jungen Mannes sterben
keinen sich dabei sündenfrei einschleichenden
Kerzenwachs und Gnadenbrot Tod
keinen Und-dann-trugen-ihn-die-Englein-fort-
'er ist sanft von uns gegangen'-Tod.

Anders als Patten und Henri hat sich McGough auf den Meriten seines Anfangserfolges nicht ausgeruht, sondern sein literarisches Spektrum kontinuierlich variiert und erweitert. Das ebenfalls 1967 erschienene und später mit dem BBC-Orchester vertonte "Summer with Monika" (Sommer mit Monika) ist ein Zyklus aus zweiundvierzig Gedichten unterschiedlicher Länge und Form, das auf surreale Weise häusliches Eheglück und bürgerliche Eifersucht beschreibt.

gestern abend fing alles an
als ich den kartoffeln
aus ihren jacken half
da hörte ich dich eine verabredung
mit dem teekessel treffen
ganz deutlich
hörte ich dich eine verabredung
mit dem teekessel treffen
meinem teekessel

[...]

schließlich im morgendämmer
im hell-dunkel-gleichgewicht
während ich im kühlenschatten
unter der spüle wartete
sah ich dich
den gasherd lieben
ganz deutlich sah ich dich
den gasherd lieben
meinen gasherd

mein fehler war mich schreiend auf dich zu stürzen
"MONIKA, DENK AN DIE UNTERTASSEN!"
denn nun bin ich allein
du hast mich wegen einem verlassen
der eine größere küche hat

Auch die Gedichte in "Watchwords" (Kennwörter, 1969) sind in weiten Teilen von sexuellen Motiven geprägt (z. B. "My Busseductress", "Meine Busverführerin"; "Poem on being in love with two girls at the same time", Gedicht über die gleichzeitige Liebe zu zwei Mädchen).
Der 1971 veröffentlichte Gedichtband "After the Merrymaking" (Nach dem Vergnügen) setzt sich aus drei Teilen zusammen. Im ersten setzt McGough seine Liebesgedichte fort - jetzt mit einem Abgesang auf die Romantik, im zweiten tritt er dem Leser mit einer Reihe innerer Monologe entgegen, der dritte heißt "The Amazing Adventures of P. C. Plod" (Die erstaunlichen Abenteuer des Wachtmesiters Plod) und beschreibt auf mitunter sehr humorvolle Art und Weise Episoden aus dem Leben eines korpulenten Polizisten.
Der Band "Gig" (Gig), der 1973 erschien, stellt in seinem zweiten Teil noch einmal Gedichte vor, die McGough bereits 1972 in "Out of Sequence" (Aus der Reihe) in einer limitierten Auflage von 200 Stück veröffentlicht hatte. In diesem Band nimmt McGough seine Leser mit auf eine Städtetour durch England und beschreibt seine Heimat ironisch, böse und manchmal liebevoll mit den Augen des fahrenden Künstlers.
"Sporting Relations" (Sportliche Verwandschaft) erschien 1974 und ist nach "Summer with Monika" und dem Plod-Zyklus in "After the Merrymaking" die dritte Sammlung von Gedichten mit epischem Einschlag. Sie stellt zweiundvierzig mehr oder weniger eng verwandte Familienmitglieder vor. Es ist ein Buch mit rein komödiantischem Anspruch, und der Witz liegt im typisch britischen Humor à la "Monty Python", aus deren Kreis auch Terry Gilliam Zeichnungen zu den Gedichten machte.
"In the Glassroom" (Im Glaszimmer, 1976) steht für den Übergang von der frühen Pop-Lyrik McGoughs zu einer sprachlichen Beruhigung. Stilistisch experimentiert der Autor hier viel, schreibt sogar eine Kurzgeschichte, "Kurt, B. P., Mungo and me" (Kurt, B. P., Mungo und ich), tritt aber als Dichter, der unterhalten will, in den Hintergrund. Mit "Holiday on Death Row" (Urlaub im Todestrakt) beginnt 1979 die zweite, im engeren Sinn lyrische Phase im Werk McGoughs. Der Band steht vor allen Dingen im Zeichen eines zynischen und sarkastischen Witzes, der selbst vor vermeintlichen Geschmacklosigkeiten nicht halt macht. So wohnen in einem eutrophierten See Wasserschweine in der Größe, daß sie Menschen auflauern ("Der See"), und das titelgebende Langgedicht beschriebt das Miteinander von Mann und Frau als Kampf auf Leben und Tod:

Mann, Penis mit
Reißzwecken geladen, stolzieren
in Küche. Unbeeindruckt
macht Frau spitze Bemerkungen.
"Du Ratte atte atte
Ratte atte atte
Nimm das as as"
Frau ist an Wand gepinnt
wie verblassender Steckbrief.
Mann stecken leeres
Gewehr fort und kehren
nach oben zurück, die Belohnung einsacken

Der 1981 erschienene Band "Unlucky for Some" (Pech für einige) wurde vollständig in die Sammlung "Waving at Trains" ("Zügen zuwinken") aufgenommen, die ein Jahr später erschien. Der wilde Anarchismus der frühen Bände tritt nun kontrollierter auf und die größere inhaltliche Ruhe öffnet Spielraum für poetische Verdichtungen. Reime und Rhythmen der Gedichte sind geglättet ("Kaninchen überlebt Betonmischer"), die beschriebenen Situationen objektiver ("Zügen zuwinken") und dadurch die poetische Ausdruckskraft noch einmal formal erweitert ("Es klopfte an der Tür. Es war das Fleisch"). Ein durchgängiges Merkmal der Gedichte bleibt jedoch der hintergründige Witz. "Melting into the Foreground" (Bescheiden im Vordergrund bleiben, 1986) liest sich phasenweise wie eine Wiederaufnahme und sowohl inhaltliche wie stilistische Revokation der frühen Lyrik ("Heute ist kein Tag für Ehebruch") und entdeckt gleichzeitig die langen, reimlosen und erzählenden Gedichte ("Bye Bye Black Sheep", "Schlaf Schlaf Schwarzes Schaf"; "Tramp Tramp Tramp", "Tramp Tramp Tramp"; "Hearts and Flowers", "Herzen und Blumen").
Deutlich erweitert wurde die stilistische Bandbreite McGoughs noch einmal mit dem 1992 erschienenen Band "Defying Gravity" (Der Schwerkraft trotzen), in dem er sich auf ganz persönliche Weise mit den traditionellen Themen Zeit, Tod und Altern auseinandersetzt. Er führte noch einmal zu einer überraschenden Neuerung in seiner poetischen Sprache, indem die Gedichte lakonischer und epischer wurden. Doch die Schwere der Themen wird wie früher getragen von der unformellen Leichtigkeit des Tons und der lapidaren Nostalgie, die immer wieder in Ironie umschlägt.
Gleichgeblieben ist den Gedichten McGoughs über die Jahre hinweg ihr hoher Unterhaltungswert. Im krassen Gegensatz zu seinem anhaltenden Erfolg, seiner Bekanntheit und den hohen Verkaufszahlen seiner Bücher - die Gedichtsammlungen wurden beständig neu aufgelegt - steht die Tatsache, daß McGough von der akademischen Literaturkritik weitgehend unbeachtet bleibt. Im "Times Literary Supplement" werden nur zwei seiner Bücher besprochen, "Gig" verrissen, "Unlucky for some" mit einer neunzeiligen Inhaltsangabe abgefertigt. Hauptargument gegen McGough ist, daß es sich bei seiner Lyrik nicht um ein literarisches, sondern um ein soziologisches Phänomen handele. Tatsächlich aber ist eine solche Einschätzung nur von der Warte eines orthodoxen Gattungs- und Kunstbegriffs aus möglich und übersieht, daß die gesellschaftliche Öffnung der Literatur zu einem stilistischen Verfahren führt, das besonders die gesprochene Sprache berücksichtigt.
Richtig ist allerdings, daß es bei der umfangreichen Produktion McGoughs Gedichte mit unterschiedlicher Qualität gibt. Allerdings richtet sich die Kritik allzu häufig gegen Texte, die durch den respektlosen Umgang mit Moralvorstellungen Anstoß erregen. Poetische Einbußen aber erleiden McGoughs Gedichte, wo sie entweder zu plakativ werden ("Ein Square Dance", in: "The Mersey Sound") oder sich die Wortspiele verselbständigen. Zu solchen weniger guten Gedichten ist sowohl der Zyklus um P. C. Plod (in: "After the Merrymaking") als auch "Sporting Relations" zu zählen. Hier wird eine witzige Grundidee so breit ausgewalzt, daß nicht mehr viel Originalität übrig bleibt. Daß McGough auch solche schwächeren Gedichte veröffentlichte, liegt zum einen darin begründet, daß er durchaus ein experimentelles Verständnis von seiner eigenen Produktion hat, zum anderen, daß er das Publikum als Katalysator und Zensor miteinbezieht. Dem Vorwurf, daß damit ein substantieller Dichtungsbegriff aufgeweicht würde, stellt er die Ansicht entgegen, daß die Gedichte nur dann als gut gelten können, wenn sie ihr Publikum finden. Insofern ist McGoughs Lyrik mit pop-Literatur nicht unzutreffend beschrieben, wenn man im Wort "populär" das plebiszitäre Element mithört. McGoughs Lyrik ging von Anfang an eine starke Allianz mit der Musik ein - in seinem Fall mit der Pop-Musik Liverpools und den "Beatles". Parallel zum frühen lyrischen Erfolgt trat McGough zusammen mit Mike McGear, dem Bruder von Paul McCartney, und mit John Gorman, dem späteren Komiker von "Monty Python", als Sänger der Band "The Scaffold" auf und wurde mit ihr berühmt. 1967, im Erscheinungsjahr von "The Mersey Sound", kletterte die Band mit dem Lied "Thank U Very Much" auf Platz 4 der britischen Hitparade und landet 1968 mit dem Lied "Lily The Pink" sogar einen Nummer eins Hit. Dabei war die Karriere McGoughs im Bereich der Pop-Musik mehr als eine äußerliche Episode. Sie ist charakteristisch für seine Auffassung von Kunst und Literatur. Das musikalische Element, die Memorierbarkeit und der Schwung des Vortrags sind Markenzeichen seiner Gedichte. Das Gedicht "My Busseductress" (Meine Busverführerin, in: "The Mersey Sound", 1967) z.B. war gleichzeitig ein Songtext der "Scaffolds".

Meine Busverführerin

[...]

Mit einem Striptease
dreimal am Tag unterhält
sie die Fahrgäste und sagt freundlich
in den Applaus "Bitte das Fahrgeld".
Die Männer ihrer Wahl
werden aufs Oberdeck bestellt
Sie bittet mit einem entwertenden
Lockruf zu sich, wer ihr gefällt.

[...]

Sie ist so hübsch wie Busfahrkarten
und riecht nach altem Wechselgeld, dabei
trinkt sie nach Dienstschluß Guinness
ißt Würstchen mit Kartoffelbrei.
Aber sie hat ihre Busträume
wild und heiß möchte sie lieben
meine blauuniformierte Königin
von den Verkehrsbetrieben.

Die ästhetische wie die politische Position McGoughs fordert eine Orientierung der Literatur am Alltag der Menschen. Inhaltlich werden Straßenszenen, der Wetterbericht oder eben die öffentlichen Verkehrsmittel zum Bildarsenal einer verdichteten Alltäglichkeit. Aus ihnen speist sich die Varietät und gleichzeitig die Schlichtheit seiner Lyrik. Ähnliche Situationen können Pate für die Thematisierung sehr unterschiedlicher Phänomene stehen, wie an einem anderen Busgedicht "Mein Busschaffner" (in: "The Mersey Sound"), ablesbar ist. Charakteristisch für beide Texte ist die unerwartete Verbindung von zwei verschiedenen Motiven. Während das Gedicht über die unterdrückten sexuellen Phantasien der Busschaffnerin seinen Witz durch die Gleichsetzung von Sexualität und Straßenverkehr erhält, basiert das Gedicht über den sterbenskranken Busschaffner auf der Parallelisierung von Busfahrkarten und Lebensweg. Eine derartige Verschränkung eigentlich getrennter Komplexe ist die Technik, die McGough durchgängig und am häufigsten anwendet. Seine Gedichte lösen die pointierte Dichte der metaphorischen Punktualität auf und spielen sie in ihren verschiedenen Aspekten durch. Außerdem verwendete McGough bereits sehr früh eine Technik, die in der anglo-amerikanischen Lyrik der neunziger Jahre breitere Anwendung fand, nämlich die Bezugnahme auf sich selbst als Dichter und das Gedicht als eigenes Produkt.

Der frisch gebügelte Anzug

Dies ist ein Gedicht, in dem wir beide mitspielen können.
Such dir eine der folgenden Rollen aus:
Der Held
Die Heldin
Das Bett
Das Schlafzimmer
Der frisch gebügelte Anzug
(Ich spiele den Bösewicht)

Das Gedicht beginnt heute Abend bei einer Dichterlesung
In der der Held und die Heldin
sitzen und daran denken, miteinander zu schlafen.
Sie stehlen sich während der Pause
ungesehen fort und eilen nach Hause.
Dort angekommen, verlieren sie keine Zeit.
Schnell zieht der Held die Heldin aus,
trägt sie nackt ins Schlafzimmer
und legt sie zärtlich auf das Bett
wie einen frisch gebügelten Anzug.

Da betrete ich das Gedicht.
Mit einem harten linken Haken
schlage ich den Helden bewußtlos
und mit einem grausamen Lachen
springe ich auf die Heldin
(Das Gerangel erstreckt sich über mehrere Strophen)

Danke fürs Mitspielen.

Wenn du heute Nacht ausgehst
Hoffe ich, daß du mehr Glück in deinem Gedicht hast
Als in meinem.

(aus: "After the Merrymaking)



An "Der frisch gebügelte Anzug" ist gut abzulesen, wie die der performance entstammende dialogische Sprechsituation zu einer poetischen Technik wird. Das Gedicht bezieht seinen Witz primär aus der direkten Anrede an ein Publikum. Indem dieses als Adressat jedoch auch durch den geschriebenen Text konstruiert wird, ergibt sich die zirkelhafte Verwicklung des Subjekts vor dem Text mit dem Subjekt in dem Text.
Die Alltagswelt ist nicht nur eine inhaltliche Größe der McGoughschen Texte, sondern auch eine sprachliche. Durch die Nennung konkreter Örtlichkeiten und den umgangssprachlichen Duktus begründen die Texte ihre Zugänglichkeit und Offenheit, behalten dabei jedoch gleichzeitig ihre eigentümliche lokale und temporale Identität. Der Titel der Anthologie von 1967 "The Mersey Sound" ist ein gutes Beispiel dafür, wie die "Liverpool Poets" arbeiten. Mersey heißt der Fluß, der durch Liverpool fließt. Aus dem Anklang an das englische mercy, das Gnade oder Mitleid bedeutet, bezeichnet der doppeldeutige Titel eine radikale Humanität, die sich aus Kleinem, Alltäglichem zusammensetzt. Diese Thematisierung des Konkreten und Alltäglichen macht auch vor McGoughs Privatleben nicht halt. Kennzeichnend für seine Liebeslyrik oder die an seine Kinder gerichteten Gedichte ist jedoch, daß er sich niemals zu einer reinen Schilderung hinreißen läßt, sondern die liedhaften Techniken, die Pointiertheit und den Witz in das in der angelsächsischen Lyrik so beliebte Genre der Erfahrungslyrik einbaut. Das Gedicht "Bärenumarmungen" (in: "Defying Gravity", 1992) beispielsweise richtet sich namentlich an die Söhne aus seiner ersten Ehe, gewinnt seinen literarischen Status aber aus der typisch McGoughschen Bildverwendung eines Tatzenschlags, der zwar das Ende des Lebens bedeuten kann, der jedoch bei McGough darstellt, wie das Leben durch die Bärenkräfte seiner nun erwachsenen Söhne in ihn zurückgedrückt wird. In "Asche" (in: "Defying Gravity") wird der große, autobiographisch verbürgte Altersunterschied zwischen McGough und seiner Tochter aus zweiter Ehe durch die Intertextualität mit dem Märchen Aschenputtel literarisch reflektiert.
Die surrealistischen Bilder des über weite Strecken autobiographischen Gedichtzyklus "Summer with Monika", die Beschreibung von Szenen einer Ehe im Bild des Grabenkrieges in "Grabenkriege" (in: "After the Merrymaking", 1971) oder die absurde Beschreibung eines Büroalltags in "Gemütlicher Keks" (in: "In the Glassroom", 1976) sind Beispiele dafür, daß die Übersetzung aus der diskursiven Alltagswelt in die poetische Sphäre immer auch eine Verfremdung ist. Sowohl der Dichter Glyn Maxwell als auch Kritiker haben McGough immer wieder vorgeworfen, seinen Mantel je nach dem poetischen oder zeitgeistigen Wind zu wenden. Das ist in zweierlei Hinsicht falsch. Zum einen sind seine Gedichte sehr wohl von einem über die Jahre gleichbleibenden Ton und Stil geprägt, bleiben also insofern sich und ihren anfänglichen poetischen Prämissen treu. Andererseits ist es häufig McGough, der das, was später als literarische Erneuerung gefeiert wird, vorwegnimmt. Allerdings führt sein stilistisches Understatement dazu, daß seine Gedichte von der 'seriösen' Kritik nicht beachtet werden (wollen). Wo sie beachtet werden, etwa bei der ebenfalls aus Liverpool stammenden bedeutenden Gegenwartslyrikerin Carol Ann Duffy, sind die Einflüsse unübersehbar (Duffy selbst wies die "Liverpool Poets" in einem Interview des "Poetry Review" 1994 als eine ihrer maßgeblichsten Vorbilder aus). Auch der bekannteste Dichter des Movements, Philip Larkin, war erklärter Fan McGoughs.
Richtig bleibt daher allein, daß McGough ein sehr flexibler, ungeheuer vielseitiger und innovativer Dichter ist, der beständig bestrebt ist, die Synthese zwischen sprachlicher Komplexität und Publikumswirksamkeit auszuloten. Um sie zu erreichen, setzt er alle erdenklichen literarischen Kniffe ein. Er nimmt selbstverständlich gewordene Wendungen der Sprache wörtlich und foppt den Leser mit vielen Doppeldeutigkeiten. Er geht schwere und tragische Themen wie Tod und Krankheit auf die unorthodoxeste Weise heiter und ironisch an, etwa in "Hearts and Flowers" ("Herzen und Blumen", in: "Melting into the Foreground", 1986) oder "Der Schwerkraft trotzen" (in: "Defying Gravity", 1992), und sucht andererseits den banalen Momenten des Alltags eine poetische Seite abzutrotzen (vgl. "Der Ärger mit Schneemännern", in: "Defying Gravity"). Die Pointen werden häufig mit dem Reim kombiniert. Wortwitz, Einfallsreichtum, Anspielungen, Neubildungen und ein scharfer Blick für sprachliche Ambiguitäten kennzeichnen die Gedichte. Dabei bleiben die besten der Texte nüchtern und wohltuend unprätentiös (vgl. "Erde", in: "Watchwords", 1969; "Rosenkriege", in: "Holiday on Death Row", 1979; "Die Identifizierung", in: "Gig", 1973). Das, was sich im Leben zu ernst nimmt, macht sich in den oft grotesken Bildern selbst lächerlich. Ohne Sentimentalität können McGoughs Gedichte tragisch sein, ohne Sarkasmus treffen sie humorvoll die Schwächen, die sonst lieber übersehen werden. Seine Gedichte sind leidenschaftlich, indiskret und selbstironisch. Aber so schwerelos Wortspiele und Homonymien sich geben, die mit leichter Hand und im Ton der Alltagssprache geschrieben scheinen, so ernst ist ihr Plädoyer für die Menschlichkeit. Solch ein undogmatisches Dichtungsverständnis schließt freilich programmatische Selbstaussagen aus. Wo poetologische Aussagen in den Gedichten selbst zu finden sind, werden sie meist ironisch gebrochen, wie in "Lodernde Früchte (oder Die Rolle des Dichters als Unterhalter)" (in: "Holiday on Death Row", 1979) oder den vielen Gedichten, in denen McGough sich auf die Dichtung selbst bezieht ("Poem for a dead Poet", Gedicht für einen toten Dichter; "Zum Gedichtdiktat, Miss Smith."; "Eine Entschuldigung", alle in: "Holiday on Deathrow", 1979; "the most unforgettable character i've ever met gives advice to the young poet", der unvergeßlichste Mensch, den ich je getroffen habe, gibt dem jungen Dichter ein paar Ratschläge, in: "In the Glassroom", 1976). Oder aber McGough legt Aussagen über Literatur anderen Personen in den Mund, wie seinem Vater in "Buchstabensuppe" (in: "Defying Gravity", 1992).

Buchstabensuppe

Immer wenn ich in unsere Gemeindebücherei ging,
Nahm ich ein Buch für meinen Vater mit.
Einen Abenteuerschmöker. Irgendein Seemannsgarn.

[...]

Seinerseits war es keine Faulheit, sondern eine Art Angst.
Büchereien waren für gebildete Leute.
Voll von Fallen. Prozeduren. Auszufüllenden Formularen.

[...]

Obwohl er Schauermann war (Mutter fand das besser als "Hafenarbeiter")
Und sein Eheleben lang eine Landratte,
Beherrschte er die Seemannskunst aus dem Effeff.

Denn er war in jungen Jahren selbst zur See gefahren
Und oft erzälte er voll Bedauern,
Wie er in Fremantle beinah von Bord abgehauen wär'.

Er liebte die Einsamkeit der Wildnis. Ihre Stille,
Und der Himmel blaugepauste Ewigkeit.
"Und die Namen der Orte. Ein Gedicht."
[...]

Ausdrücklich erteilte McGough allen Bemühungen eine Absage, ihn in eine literarische Tradition zu stellen. In einem frühen Interview sagte er: "Es gibt keine literarische oder dramatische Tradition für uns. Wir probieren herum und testen die Ergebnisse an den Menschen. Und die Menschen reagieren. Und von da aus sehen wir weiter." (Zitiert nach Edward Broadridge, 1985). Tatsächlich macht seine Vielseitigkeit es schwer, ihn auf eine stil- oder literaturgeschichtliche Epoche festzulegen. Graphische Gedichte wie "40 - Love" (in: "After the Merrymaking") stehen neben den abgezählten Buchstaben in dem Gedicht "Die naheliegendsten Zweiundvierzig" (in: "Defying Gravity"), konkrete Posie ("humdinger", Toller Typ, in: "Gig", 1973; "watchwords", Kennwörter, in: "Watchwords", 1969) neben stimmungsvollen Bildern wie "Asche" (in: "Defying Gravity", 1992).
Die Bedeutung, die McGough für die englische Lyrik der Neuzeit hat, geht weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus. Er lenkte zusammen mit den anderen "Liverpool Poets" den Blick der sich ausschließlich auf London konzentrierenden Literaturszene auf die Städte der Provinz, so daß es in Großbritannien landesweit zu einem Interesse für Lyrik und poetisches Schaffen gekommen ist, das bis heute anhält. Das beweist die große Zahl der Lyrik-Festivals, -Preise, -Lesungen, -Clubs, die Einrichtung der Poetry Library in London und des National Poetry Day und die Tatsache, daß nicht nur die meisten englischen Verlage eigene Lyrik-Reihen für unbekannte Lyriker und Lyrikerinnen aufgebaut haben und schwarze Verkaufszahlen schreiben, sondern daß es erfolgreiche Verlage gibt, die sich ausschließlich auf Lyrik konzentrieren, wie etwa Bloodaxe in Newcastle upon Thyne oder Anvil Press in London.
(Die deutschen Gedichtzitate sind dem Band "Tigerträume" entnommen.)


A Originalausgaben

"The Mersey Sound". (Der Klang des Mersey). Gedichte. Zusammen mit Adrian Henri und Brian Patten. [Enthält u. a.: "Let Me Die a Youngman's Death" (Laß mich den Tod eines jungen Mannes sterben); "A Square Dance" ("Ein Square Dance"); "My Busconductor" ("Mein Busschaffner"); "Come close and sleep now" ("Rückran und Schlafjetzt"); "The Icingbus" ("Der Bus aus Zuckerguß"); "The Fish" ("Der Fisch"); "At Lunchtime" ("Am Mittag"); "Aren't we all?" ("Geht's uns nicht allen so?"); "Sad Aunt Madge" ("Traurige Tante Madge")]. Harmondsworth (Penguin) 1967. (Penguin Modern Poets. Volume 10. First series).

"Frinck, A Life in the Day of, and Summer with Monika: Poems". (Frinck, Ein Leben im Tag des, und Sommer mit Monika: Gedichte). London (Joseph) 1967. New York (Ballantine) 1967.

"Summer with Monika". (Sommer mit Monika. Auswahl in: "Tigerträume"). Gedichte. (Michael Joseph) 1967. Überarbeitete Auflage: London (Deutsch) 1978.

"Watchwords". (Kennwörter). Gedichte. [Enthält u.a.: "Soil" ("Erde"); "Watchwords" (Kennwörter); "Snipers" ("Heckenschützen"); "My Busseductress" ("Meine Busverführerin"); "The Fight of the Year" ("Der Kampf des Jahres"); "Poem about the sun slinking off and pinning up a notice" ("Gedicht über die Sonne, die sich fortstiehlt und eine Nachricht aufhängt")]. London (Cape) 1969.

"After the Merrymaking". (Nach dem Vergnügen). Gedichte. [Enthält u.a.: "The Newly Pressed Suit" ("Der frisch gebügelte Anzug"); "Trenchwarfare" ("Grabenkriege"); "40 - Love" ("40 - Love"); "The sun no longer loves me" ("Die Sonne liebt mich nicht mehr"); "Traincrash" ("Zugunglück"); "On having no one to write a love poem about" ("Darüber, niemanden zu haben, über den man ein liebesgedicht schreiben kann"); "an the field screamed 'Tractor'" ("und das feld schrie 'TRECKER'"); "Head Injury"
("Kopfverletzung"); "a cat, a horse and the sun" ("Eine Katze, ein Pferd und die Sonne"); "Flying" ("Fliegen")]. London (Cape) 1971.

"Out of Sequence". (Aus der Reihe). Gedichte. London (Turret) 1973.

"Gig". (Gig). Gedichte. [Enthält u.a.: "The Identification" ("Die Identifizierung"); "humdinger" (Toller Typ); "unlikely now" ("Mittlerweile unwahrscheinlich"); "tigerdreams" ("tigerträume"); "stink" ("Gestank"); "italic" ("kursiv"); "crusader" ("Kreuzfahrer"); "pieta" ("pieta"); "exsomnia" ("Exsomnia")]. London (Cape) 1973.

"Sporting Relations". (Sportliche Verwandtschaft). Gedichte. Zeichnungen: Terry Gilliam. London (Eyre Methuen) 1974.

"Clowns on the Road". Gedichte. (Clowns unterwegs). Zusammen mit Grimms. London (Eyre Methuen) 1974.

"In the Glassroom". (Im Glaszimmer). Gedichte. [Enthält u. a.: "Cosy Biscuit" ("Gemütlicher Keks"); "the most unforgettable character i've ever met gives advice to the young poet" (der unvergeßlichste Mensch, den ich je getroffen habe, gibt dem jungen Dichter ein paar Ratschläge); "Catching up on Sleep" ("Den Schlaf einholen"); "Three Rusty Nails" ("Drei rostige Nägel")]. London (Cape) 1976.

"Mr. Noselighter". (Herr Nasenfeuerzeug). Kindergedichte. London (G. Whizzard) 1976.

"Holiday on Death Row". (Urlaub im Todestrakt). Gedichte. [Enthält u. a.: "War of Roses" ("Rosenkriege"); "Blazing Fruit" ("Lodernde Früchte"); "Poem for a Dead Poet" ("Gedicht für einen toten Dichter"); "Take a Poem, Miss Smith." ("Zum Gedichtdiktat, Miss Smith."); "An Apology" ("Eine Entschuldigung"); "The Lake" ("Der See"); "The Death of John Berryman in slow motion" ("Der Tod von John Berryman in Zeitlupe"); "Survivor" ("Der Überlebende"); "Just another Autumn day" ("Nur ein ganz normaler Herbsttag"); "Mouth" ("Mund"); "Incident at a Presidential Garden Party" ("Zwischenfall auf einem Präsidialen Gartenfest"); "The Rot" ("Die Fäulnis"); "Tide and time" ("Gezeiten")]. London (Cape) 1979.

"You Tell Me: Poems". (Du sagst mir: Gedichte). Gedichte. Zusammen mit Michael Rosen. London (Kestrel) 1979.

"The Puny Little Life Show". (Die winzigkleine Lebensshow). Drama. In: Charles Marowitz (Hg.), "Open Space Plays". Harmondsworth (Penguin) 1974.

"Unlucky for Some". (Pech für manche). Gedichte. London (Turret Books) 1981.

"Strictly Privat". (Streng Privat). Gedichte. London (Kestrel) 1981.

"Waving at Trains". ("Zügen zuwinken"). Gedichte. [Enthält u. a.: "Rabbit in Mixer Survives" ("Kaninchen überlebt Betonmischer"); "Six Shooters" ("Sechs Schuß"); "Happy End" ("Happy End"); "There was a Knock on the Door. It was the Meat" ("Es klopfte an der Tür. Es war das Fleisch"); "When I am Dead" ("Wenn ich tot bin"); "The Examination" ("Die Untersuchung"); "Framed" ("Eingerahmt"); "You and I" ("Du und ich"); "Waving at Trains" ("Zügen zuwinken")]. London (Cape) 1982.

"The Great Smile Robbery". (Der breite Lächeln Raub). Kindergedichte. London (Kestrel) 1983.

"New Volume". (Neuer Band). Gedichte. Zusammen mit Adrian Henry und Brian Patten. Harmondsworth (Penguin) 1983.

"Sky in the Pie". (Himmel im Kuchen). Kindergedichte. London (Kestrel) 1983.

"Crocodile Puddles". (Krokodilpfützen). Kindergedichte. London (Pyramid) 1984.

"The Stowaways". (Die blinden Passagiere). Kindergedichte. London (Kestrel) 1985.

"Noah’s Ark". (Die Arche Noah). Kindergedichte. Zusammen mit Ljiljana Rylands. Hurlington, NY (Fontana) 1986.

"The Kingsfisher Book of Comic Verse" (Das Kingfisher Buch der lustigen Reime). London (Kingsfisher) 1986.

"Melting into the Foreground". (Bescheiden im Vordergrund bleiben). Gedichte. [Enthält u.a.: "Hearts and Flowers" ("Herzen und Blumen"); "Melting into the Foreground" ("Bescheiden im Vordergrund bleiben"); "The Filmmaker" ("Der Filmemacher"); "Bits of me" ("Teile von mir"); "Sap" ("Aufsteigende Säfte"); "Today is Not a Day for Adultery" ("Heute ist kein Tag für Ehebruch"); "Bye Bye Black Sheep" ("Schlaf Schlaf Schwarzes Schaf"); "Tramp Tramp Tramp" ("Tramp Tramp Tramp")]. Harmondsworth (Viking Kestrel) 1986.

"Nailing the Shadow". (Den Schatten festnageln). Gedichte. [Enthält u. a.: "Hundreds and Thousands" ("Hunderte und Tausende")]. London (Kestrel) 1987.

"Counting by Numbers". (Nummerweise zählen). Kindergedichte. Harmondsworth (Viking Kestrel) 1989.

"Selected Poems". (Gesammelte Gedichte). London (Cape) 1989. Taschenbuchausgabe: "Blazing Fruit: Selected Poems, 1967-87". (Lodernde Früchte: Gesammelte Gedichte, 1967-87). London (Penguin) 1990.

"Imaginary Menagerie". (Imaginäre Menagerie). Kindergedichte. Harmondsworth (Puffin) 1990.

"Pillow Talk". (Bettgeflüster). Kindergedichte. Harmondsworth (Viking Kestrel) 1990. Taschenbuchausgabe: Harmondsworth (Puffin) 1992.

"Helen Highwater". Kindergedichte. (Helen Highwater). Harmondsworth (Penguin) 1991.

"The Lighthouse That Ran Away". (Der Leuchtturm der weglief). Kindergedichte. London (Bodley Head) 1991.

"You At The Back: Selected Poems, 1967-87, Volume Two". (Du dort hinten: Gesammelte Gedichte, 1967-87. Band zwei). London (Cape) 1991. Taschenbuchausgabe: London (Puffin) 1992.

"Another Custard Pie". (Noch ein Puddingkuchen). Kindergedichte. London (Harper Collins) 1993.

"Defying Gravity". (Der Schwerkraft trotzen). Gedichte. [Enthält u.a.: "Bearhugs" ("Bärenumarmungen)"; "Cinders" ("Asche)"; "Defying Gravity" ("Der Schwerkraft trotzen)"; "The Trouble with Snowmen" ("Der Ärger mit Schneemännern"); "Alphabet Soup" ("Buchstabensuppe)"; "The Railings" ("Die Gitter)"; "Squaring up" ("Sich zum Kampf stellen)"; "Snowing down South" ("Bei dir blitzt es)", "Spitting prohibited" ("Spucken untersagt)"; "Wearing thin" ("Fadenscheinig)"; "Sacrifices" ("Opfer)"; "Having my Ears Boxed" ("Wohldosierte Ohrfeigen)"; "Big Ifs" ("Hätte-ich-dochs)"; "The Nearest Forty-two" ("Die naheliegendsten Zweiundvierzig)"; "It's only a P..." ("Es ist nur ein G...)"; "It's only a P... Part Two" ("Es ist nur ein G... Teil 2"); "Awful Acrobats" ("Arge Akrobaten)"; "Repelled by Metal" ("Abgestoßen von Metall)"; "Fear of Flares" ("Angst vorm Schlag)"; "Star Juice" ("Sternhagelvoll)"; "Just Passing" ("Im Vorbeigehen)"; "In at the Kill" ("Fette Beute)"; "The Man in the Moon" ("Der Mann im Mond)"; "The Elements" ("Die Elemente)"]. Harmondsworth (Viking Kestrel) 1992. Taschenbuchausgabe: Harmondsworth (Penguin) 1993.

"Lucky: A Book of Poems". (Glücklich: Ein Gedichtband). Harmondsworth (Viking Kestrel) 1993. Taschenbuchausgabe: Harmondsworth (Puffin) 1994.

"The Magic Fountain". (Der Zauberbrunnen). Gedichte. London (Bodley Head) 1995.

"Penguin Modern Poets. Volume 4. Second series". Zusammen mit Liz Lochhead und Sharon Olds. Harmondsworth (Penguin) 1995.

"The Kite and the Caitlin". Gedichte. London (Bodley Head) 1996.

"Bad Bad Cats". (Böse, böse Katzen). Kindergedichte. London (Viking) 1998.

"The Spotted Unicorn" (Das gesehene Einhorn). Gedichte. London (Viking) 1998.

"The Ring of Words". (Ring der Worte). Gedichte. London (Faber) 1998.

"The Way Things are". (Wie die Dinge liegen). Gedichte. London (Viking) 1999.


B Übersetzungen

"Schmiege dich an und schlafe jetzt". ("Comeclose and Sleepnow"), "Mittags". ("At Lunchtime"), "Weshalb Patrioten ein bißchen verrückt sind". ("Why Patriots are a bit Nuts in the Head"), "Traumgedicht". ("Dreampoem"), "Schneebild". ("Snowscene"). Übersetzung: Michael Butler, Ilsabe Arnold-Dielewicz. In: Michael Butler/ Ilsabe Arnold-Dielewicz: Englische Lyrik der Gegenwart. Müchen (Beck) 1981. S. 218-229.

"Traumgedicht". ("Dreampoem"), "Autobahn". ("Motorway"), "Du und ich". (You and I"). Übersetzung: Günter Kunert, Ursula Kimpel. In: Ian Galbraith (Hg.): Britische Lyrik der Gegenwart. Eine zweisprachige Anthologie. Mainz (Forum) 1984. S. 154-159.

"Zügen zuwinken". ("Waving at Trains"), "Vorfall während eines Gartenfestes beim Präsidenten". ("Incident at a Presidential Garden Party"), "Gerahmt". ("Framed"), "Du und ich". ("You and I"). Übersetzung: Jürgen Dierking. In: Die Horen. S. 96-97.

"Tigerträume". [Auswahl aus: "The Mersey Sound" (Der Klang des Mersey); "Summer with Monika" ("Sommer mit Monika"); "Watchwords" (Kennwörter); "After the Merrymaking" (Nach dem Vergnügen); "Gig" (Gig); "In the Glassroom" (Im Glaszimmer); "Holiday on Death Row" (Urlaub im Todestrakt); "Waving at Trains" ("Zügen zuwinken"); "Melting into the Foreground" (Bescheiden im Vordergrund bleiben); "Nailing the Shadow" (Den Schatten festnageln); "Defying Gravity" ("Der Schwerkraft trotzend").] Übersetzung: Robert Habeck, Andrea Paluch. Heidelberg (Mattes) 1997.


C Theater, Fernsehen, Hörspiel, Schallplatte/ Kassette

Theater

"Birds, Marriages and Deaths". (Vögel, Ehen und Tode). Uraufführung: The Little Theatre London, 1964. Regie: Joan Maitland.

"The Chauffeur-Driven Rolls". (Der Rolly mit Chauffeur). Uraufführung: Everyman Theatre Liverpool, 1966. Regie: Roger McGough.

"The Comission". (Die Komission). Uraufführung: Everyman Theatre Liverpool, 1966. Regie: Peter James.

"The Puny Little Life Show". (Die winzigkleine Lebensshow). Uraufführung: Open Space Theatre London, 1969. Regie: Charles Maowitz.

"Zones". (Zonen). Uraufführung: Traverse Theatre Edinburgh, 1969. Regie: Roger McGough.

"P.C. Plod" (Wachtmeister Plod). Uraufführung: Everymen Theatre London, 1971. Regie: Roger McGough.

"Word Play". (Wortspiel). Zusammen mit Victoria Wood. Uraufführung: George Square Theatre Edinburgh, 1978. Regie: James Goddard.

"Summer with Monika". (Sommer mit Monika). Musik: Andy Roberts. Uraufführung: Lyric Theatre London, 1979. Regie: Mel Smith.

"Golden Nights and Golden Days". (Goldene Nächte und Tage). Uraufführung: Nottingham Playhouse Nottingham, 1979. Regie: Danny Hiller.

"Watchwords". (Kennwörter). Uraufführung: Nottingham Playhouse Nottingham, 1980. Regie: Danny Hiller.

"Like Father, Like Son". (Wie der Vater so der Sohn). Uraufführung: Nottingham Playhouse Nottingham, Nottingham 1980. Regie: Danny Hiller.

"Lifeswappers". (Lebenstauscher). Uraufführung: Edinburgh Festival Edinburgh, 1980. Regie: Simon Gammall.

"All the Trimmings". (Alle Zurichtungen). Musik: Peter Brewis. Uraufführung: Lyric Theatre London, 1980. Regie: Peter Wilson.

"Behind the Lines". (Hinter den Linien). Zusammen mit Brian Patten. Uraufführung: St. Mary's Hall London, 1982. Regie: Roger McGough, Brian Patten.

"The Mouthtrap". (Die Mausefalle). Zusammen mit Brian Patten. Uraufführung: Assembly Theatre, Edinburgh Festival Edinburgh, 1982. Regie: William Burdett-Coutts.

"Wind in the Willows". (Der Wind in den Weiden). Uraufführung: The Folger Theatre Washington, DC, 1984. Regie: John Neville-Andrew.

"Gifted Wreckage" (Begabter Schiffbruch). Zusammen mit Brian Patten und Adrian Henri. Uraufführung: Edingburgh Festival, 1984. Regie: Roger McGough, Brian Patten, Adrian Henri, Caley Cinema.

"A Matter of Chance". (Eine Sache des Zufalls). Zusammen mit The Kosh Dance Company. Uraufführung: Palace Theatre Southend, 1988. Regie: Michael Merwitzer.

"Waving at the Tide". (Den Gezeiten winken). Uraufführung: The Kosh Edingburgh, 1989.


Fernsehen

"Saturday while Sunday". (Samstag am Sonntag). Erstsendung: ABC TV, 1967.

"The little Hour". (Die kleine Stunde). Erstsendung: BBC TV, 1967.

"Lifeswappers". (Lebentauscher). Fernsehfilm. Regie:James Goddard. Erstsendung: Thames TV, 1976.

"Hope Street Glory". (Hoffnung Straße Ruhm). Erstsendung: Granada TV, 1980.

"Kurt, Mungo, B.P. and Me". (Kurt, Mungo, B. P. und ich). Erstsendung: Thames TV, 1983. Regie: Pete Tabern.

"The Adventures of Peter Rabbit". (Die Abenteur das Hasen Peter). Erstsendung: TVC, 1990.

"The Crododile in the City". (Das Krokodil in der Stadt). Erstsendung: Channel Four, 1990.

"Mistaken Identity". (Verwechselte Identität). Erstsendung: Thames TV, 1990.

"Verse Universe". (Vers Universum). Erstsendung: BBC Schools, 1990.

"Picture Box". (Bilderbuch). Erstsendung: Granada TV, 1991.

"The Late Show". (Die Spätshow). Erstsendung: BBC 2, 1991.


Hörspiel

"Gruff - A TV Commercial". (Schroff - Eine Fernseh-Werbung). Erstsendung: 1977.

"Walking the Dog". (Den Hund Gassi führen). Erstsendung: BBC Radio 4, 1981.

"The Narrator and Scenes from the Poet's Life". (Der Erzähler und Szenen aus dem Leben des Dichters). Erstsendung: Radio 4, 1983.

"Straight from the Heart". (Von Herzen). Erstsendung: Radio 4, 1989.

"Poetry Please". (Lyrik bitte). Erstsendung: Radio 4, 1989.

"Down Your Way". (An deinem Weg). Erstsendung: Radio 4, 1990.

"The Periodic Table" (Das Periodensystem). Erstsendung: BBC, 1999.

Schallplatte/ Kassette

"The Incredible New Liverpool Scene". (Die unbeschreibliche Neue Liverpooler Szene). Text: Roger McGough, Adrian Henri. Musik: Andy Roberts. CBS 1967.

"McGough McGear" (McGough McGear). Text und Musik: Roger McGough, Steve McGear. Parlophone 1968.

"Grimms". (Grimms). Text: Roger McGough, Innes. Island 1973.

"Rockin' Duck". (Rockende Ente). Text und Musik: Grimms. Island 1973.

"Fresh Liver". (Frische Leber). Island 1973.

"McGough/ Patten". (McGough/ Patten). Argo 1975.

"Sleepers" (Schläfer). DJM 1976.

"Summer with Monika". (Sommer mit Monika). Island 1978. Demon Records 1997.

"Gifted Wreckage" (Begabter Schiffbruch). Zusammen mit Brian Patten und Adrian Henri.. 1984.

D Sekundärliteratur

Lucie-Smith, Edward (Hg.): "The Liverpool Scene". London (Carroll) 1967.

Gibbs, A., "Modern British Popular Poetry in the Classroom. With special reference to the 'Liverpool Poets'". In: Der fremdsprachliche Unterricht. 22. 1972. S. 11-22.

Lindop, G.: "Poetry, Rhetoric and the Mass Audience: The Case of the Liverpool Poets". In: M. Schmidt/ G. Lindop (Hg.): British Poetry Since 1960. A Critical Guide. Oxford (Carcanet) 1972. S. 92-106.

Lengeler, R.: "Englische Lyrik der Gegenwart (1971-1975)". Düsseldorf (Bagel) 1977. S. 362-365.

Booth, M.: "British Poetry 1964 to 1984. Driving Through the Barricades". London (Routledge & Kegan Paul) 1985.

Broadridge, Edward: "Roger McGough". In: Dictionary of Literary Biography: Poets of Great Britain and Ireland since 1960. Band 40. Los Angeles (Gale Hoyt Rodney) 1985. S. 344-352.

Gough, John: "Roger McGough: The Popstar Poet". In: Children’s Literature Association Quarterly. 10. 1986. S. 199f.

Connolly, Ray: "The Poet’s First Kiss of Youth". In: London Daily News, 23.5.1987.

Meyer, Helmut: "Lyrik ohne Leier(n): Liverpool und die Liverpool Poets". In: Die Neueren Sprachen. 86. 1987. S. 200-217.

Sheppard, Robert: "The Alternative Voice". In: Times Literary Supplement. 23.1.1987. (Zu: "Melting into the Foreground").

Augustin, Michael: "Liverpool Poets". In: die tageszeitung Bremen. 2.5.1989.

Benneck, Laura: "Liverpool lebt!". In: Bremer Blatt. Mai 1989.

Francke, Jürgen: "Love is Fish’n Chips". In: "die tageszeitung Bremen", 3.5.1989.

Horovitz, Michael: "Lyric Peaks and Bluessy Pits of the Mersey Sound". In: Financial Times, 19.1.1991. (Zu: "Blazing Fruit: Selected Poems, 1967-87", "Summer with Monika", "Pillow Talk").

Sadler, Geoff: "Roger McGough". In: Tracy Chevalier (Hg.). Contemporary Poets. Chicago, London (St. James Press) 1991. S. 553-555.

Nieragden, Göran: "Lyrik und Textlinguistik. Vorschläge für eine operationale Analyse der ‘Selectes Poems’ Roger McGoughs im Englischunterricht". In: Die Neueren Sprachen. 92. 1993. S. 428-443.

Seymor-Smith, Martin: "The Liverpool Poets". In: Ian Hamilton (Hg.): The Oxford Companion to Thwentieth-Century Poetry in England. Oxford, New York (Oxford University Press) 1994. S. 305.

Hühn, Peter: "Postmoderne Tendenzen in der britischen Gegenwartslyrik". In: Literatur in Wissenschaft und Unterricht" 28. 1995. S. 295-331.

Zum Thema:
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